Trubars Bedeutung

Reformation für jeden

3 Min. Lesezeit

In Slowenien sind wir zu Recht stolz darauf, dass uns die Reformatoren (Primož Trubar und andere) schon vor fünfhundert Jahren in den kulturellen und geistlichen Raum Europas gestellt haben. Als zwölftes Volk bekamen wir 1584 eine vollständige Übersetzung der Bibel, dazu eine ganze Reihe weiterer Bücher.

Doch oft kennen wir Trubar immer noch nur als Begründer der slowenischen Schriftsprache und Verfasser des ersten slowenischen Buches. Dabei übersehen wir, dass Buch und Sprache für Trubar wie für die anderen Reformatoren nur Werkzeuge waren, um ein Ziel zu erreichen. Dieses Ziel hat Trubar selbst schon im ersten Satz seines ersten Buches sehr klar ausgesprochen:

„Vsem Slovencem, gnado, mir, milost inu pravo spoznanje božje skozi Jezusa Kristusa, prosim.“ (Katechismus, 1550)

Heute würde er sagen: „Für alle Slowenen bitte ich um Gnade, Frieden, Barmherzigkeit und die rechte Erkenntnis Gottes durch Jesus Christus.“

Er wünschte seinen Landsleuten eine wahre, persönliche Erkenntnis Gottes, die auf der Kenntnis der Bibel, also des Wortes Gottes, beruht.

Wir können sagen, dass es den Reformatoren zuerst um eine persönliche geistliche Erneuerung ging. Die neue Entdeckung der Botschaft des Evangeliums „Der Gerechte wird aus Glauben leben“ führte viele Menschen – auch Trubar – zu einem persönlichen Glauben, der auf der Bibel gründet.

Nur so können wir seine Hingabe an die Übersetzung der Bibel und an das Schreiben und Drucken christlicher Bücher verstehen. Am meisten wünschte er sich, seinen „lieben Slowenen“ das Lesen der Bibel in ihrer Muttersprache zu ermöglichen, damit sie wüssten und verstünden, was und warum sie glauben, und sich vom damals so verbreiteten Aberglauben abwendeten.

Die Botschaft des Evangeliums, dass der Mensch allein aus Gnade durch den persönlichen Glauben an Jesus Christus gerettet werden kann, lernen wir auch heute nur durch das Lesen der Bibel und das Hören auf Gottes Wort kennen. Wenn ein Mensch sein Herz für Gott öffnet und Jesus Christus als seinen persönlichen Erlöser annimmt, tritt er in eine neue persönliche Beziehung zu Gott und hat Frieden mit Gott – einen Frieden, der ihn gegenüber anderen nicht gleichgültig und für Gottes Reich nicht untätig lassen kann.

Gerade so lassen sich die Unermüdlichkeit und Hingabe der Reformatoren verstehen: Sie waren fest überzeugt, dass jeder Mensch zuerst eine persönliche geistliche Reformation braucht, aus der er dann geistliches Leben und Kraft zum Dienst an anderen schöpft. Zu einer persönlichen Reformation kommt der Einzelne, wenn er die Grundbotschaft des Evangeliums versteht und annimmt.

Es stellt sich die Frage: Brauchen wir auch heute eine persönliche Reformation? Wenn wir Trubar gut genug kennen, wird sofort klar, dass er sich heute für genau dasselbe einsetzen würde: dass die „lieben Slowenen“ eine persönliche Erkenntnis Gottes auf der Grundlage der Bibel hätten.

Darum ist eines der Hauptziele des Trubar-Forums, Trubars Werke in die heutige Sprache zu übertragen, damit sie uns auch heute zu einer persönlichen Reformation rufen.

Wie der Prediger in der Bibel schrieb: „Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun, und es gibt nichts Neues unter der Sonne“ (Pred 1,9). So wie wir Slowenen im 16. Jahrhundert eine persönliche geistliche Reformation brauchten, brauchen wir sie auch heute, nach fünfhundert Jahren.

Allen christlichen Kirchen (der katholischen, der orthodoxen und den evangelischen) ist gemeinsam, dass sie Teil der christlichen Tradition in unserem Land sind und die Bibel als Grundlage des Glaubens annehmen. Leider kennen die meisten Slowenen das reformatorische Erbe der evangelischen Kirche nur flüchtig. Wenn Sie mehr über eine evangelische Gemeinde in Ihrer Nähe erfahren möchten, schreiben Sie an cerkve@primoztrubar.si oder sehen Sie sich die Liste evangelischer Gemeinden an (slowenisch).